Ratgeber
Woran Sie einen legalen IPTV-Anbieter erkennen
Woran Sie lizenzierte IPTV Anbieter erkennen und wie Sie sich vor unseriösen Angeboten schützen.

Der Unterschied zwischen einem lizenzierten und einem illegalen Angebot ist selten auf den ersten Blick sichtbar. Beide haben eine App, beide zeigen eine Senderliste, beide nehmen Ihr Geld. Sichtbar wird der Unterschied an sechs Stellen, und alle sechs lassen sich prüfen, bevor Sie etwas bezahlen.
Der Preis verrät am meisten
Lizenzen kosten Geld, und zwar pro Sender und pro Abonnent. Ein Anbieter, der 8.000 Sender für 4,99 Euro im Monat anbietet, hat für keinen davon bezahlt. Die Rechnung geht schlicht nicht auf: Allein die Rechte an einer einzigen Sportliga kosten mehr, als ein solcher Anbieter im Jahr einnehmen könnte.
Umgekehrt gilt nicht, dass teuer automatisch legal bedeutet. Der Preis ist ein Ausschlusskriterium nach unten, kein Beweis nach oben. Prüfen Sie die übrigen fünf Punkte auch dann, wenn das Angebot angemessen bepreist wirkt.
Das Impressum muss ladungsfähig sein
Ein Anbieter, der in Deutschland Verträge schließt, braucht ein Impressum mit vollständiger Anschrift, Registergericht, Registernummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Ein Kontaktformular ist kein Impressum. Eine Postfachadresse ist keine ladungsfähige Anschrift.
Prüfen Sie die Registernummer im Handelsregister. Das dauert zwei Minuten und ist kostenlos. Findet sich der Eintrag nicht oder gehört er zu einer Firma mit ganz anderem Geschäftszweck, ist die Frage beantwortet.
Übliche Zahlungswege oder gar keine
SEPA-Lastschrift, Kreditkarte und PayPal haben eines gemeinsam: Sie können eine Zahlung zurückholen. Genau das ist der Grund, warum unseriöse Anbieter sie vermeiden. Wer ausschließlich Kryptowährungen, Gutscheinkarten oder Überweisungen ins Ausland akzeptiert, hat die Rückbuchung bewusst ausgeschlossen.
Die Senderliste muss benannt sein
Eine Zahl ist keine Senderliste. Wer 180 Sender anbietet, kann sie alle aufzählen, und diese Liste sollte öffentlich einsehbar sein, bevor Sie zahlen. Fehlt sie oder besteht sie aus Kategorien ohne konkrete Namen, kaufen Sie etwas, dessen Inhalt niemand zugesagt hat.
Fragen Sie im Zweifel den Support, ob ein bestimmter Sender enthalten ist und wie lange der Vertrag dafür läuft. Die Antwort auf die zweite Hälfte der Frage trennt die beiden Marktseiten recht zuverlässig.
AGB, Widerruf und deutsches Recht
Ein Vertrag mit einer Verbraucherin oder einem Verbraucher in Deutschland unterliegt deutschem Recht, unabhängig davon, was in den AGB steht. Ein Anbieter, der ausschließlich auf ein Recht außerhalb der EU verweist und kein Widerrufsrecht einräumt, sagt damit, dass er nicht vorhat, sich daran zu halten.
Achten Sie außerdem auf die Kündigungsregelung. Seit der Reform des Verbrauchervertragsrechts darf ein online geschlossener Vertrag nach Ablauf der Erstlaufzeit höchstens einen Monat Kündigungsfrist haben, und es muss einen Kündigungsknopf geben.
Support mit Adresse und Namen
Ein Support, der nur über ein anonymes Ticketsystem erreichbar ist, kann jederzeit verschwinden. Eine Telefonnummer in Deutschland, benannte Ansprechpersonen und eine Antwortzeit, die zugesagt und eingehalten wird, sind kein Luxus, sondern der Unterschied zwischen einem Unternehmen und einer Website.
Was Ihnen droht, wenn Sie falsch liegen
Seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zu vorinstallierten Streaming-Boxen ist geklärt, dass auch das Ansehen eines offensichtlich illegalen Angebots eine Urheberrechtsverletzung sein kann. Offensichtlich ist es dann, wenn die oben genannten Merkmale fehlen.
In der Praxis richten sich Verfahren meist gegen Betreiber, nicht gegen einzelne Nutzerinnen und Nutzer. Das Risiko besteht trotzdem, und es kommt ein zweites hinzu: Bei einem Anbieter ohne greifbare Adresse haben Sie im Streitfall niemanden, gegen den Sie Ihre Ansprüche durchsetzen könnten.