Zum Hauptinhalt springen
Germa IPTV

Ratgeber

Die Vorteile von IPTV gegenüber klassischem Fernsehen

Was Fernsehen über das Internet gegenüber Kabel und Satellit tatsächlich besser macht und an welchen drei Stellen es unterlegen bleibt.

Von Nora Behrens, RedaktionsleitungAktualisiert am 7 Min. Lesezeit
Serverschrank mit Datenströmen zu einem Bildschirm mit Messkurven

Fernsehen über das Internet wird oft als moderne Variante des Kabelanschlusses beschrieben. Das trifft die Sache nicht ganz. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern darin, wer entscheidet, was wann verfügbar ist.

Eine Leitung statt drei

Kabel und Satellit brauchen eine eigene Infrastruktur: eine Dose in der Wand, eine Schüssel auf dem Dach, ein Kabel durch das Treppenhaus. Fernsehen über das Internet nutzt die Leitung, die ohnehin schon im Haus liegt. Das erspart einen Anschluss, einen Vertrag und im Zweifel die Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters.

Praktisch heißt das: Der Fernseher kann dort stehen, wo eine Steckdose ist, nicht dort, wo die Antennendose sitzt. Für viele Haushalte ist das der spürbarste Unterschied im Alltag.

Der Rückkanal ändert alles

Kabel und Satellit senden in eine Richtung. Das Signal geht raus, und wer zuschaut, nimmt es entgegen. Über das Internet läuft die Verbindung in beide Richtungen, und daraus ergeben sich die Funktionen, die es beim klassischen Fernsehen schlicht nicht geben kann.

  • Eine Sendung von vorn starten, obwohl sie schon läuft.
  • Das Programm der letzten Tage nachträglich abrufen.
  • Anhalten, weiterlaufen lassen, zurückspulen.
  • Auf einem Gerät anfangen und auf einem anderen weiterschauen.

Diese Funktionen sind kein Zusatz, sondern der eigentliche Grund für den Wechsel. Wer nie zurückspult, gewinnt durch den Umstieg deutlich weniger.

Die Kostenrechnung fällt anders aus

Seit die Kabelgebühr nicht mehr über die Nebenkosten auf alle Mietparteien umgelegt werden darf, steht sie als eigene Position auf der Rechnung. Damit wird sie erstmals vergleichbar, und genau deshalb rechnen so viele Haushalte gerade nach.

PositionKabelSatellitÜber das Internet
AnschlussMonatliche GebührEinmalig Schüssel und MontageBereits vorhanden
EmpfangsgerätReceiver oder CI-ModulReceiverFernseher, Stick oder Box
BindungMeist 12 bis 24 MonateKeineJe nach Laufzeit des Abos
ZweitgerätZweiter Receiver nötigZweiter Receiver nötigApp auf jedem Gerät

Drei Stellen, an denen es unterlegen bleibt

Ein Vergleich, der nur Vorteile aufzählt, ist Werbung. Es gibt drei Punkte, an denen Kabel und Satellit weiterhin die Nase vorn haben, und sie sind für manche Haushalte entscheidend.

  1. 01Ausfallsicherheit: Fällt das Internet aus, fällt das Fernsehen mit aus. Eine Kabeldose funktioniert unabhängig davon.
  2. 02Grundlast: Ein Haushalt mit sehr schwacher Leitung bekommt über Kabel ein stabiles Bild, das über das Internet nicht erreichbar wäre.
  3. 03Verzögerung: Live-Sport läuft über das Internet einige Sekunden hinter dem Kabelbild her. Wer die Nachbarschaft jubeln hört, bevor das Tor fällt, merkt das sofort.

Für wen sich der Wechsel rechnet

Der Umstieg lohnt sich am deutlichsten für Haushalte mit stabiler Leitung, mehreren Geräten und dem Wunsch, nicht mehr nach Sendeplan zu leben. Er lohnt sich am wenigsten dort, wo die Leitung abends einbricht oder wo ohnehin nur ein Gerät läuft und immer dasselbe Programm.

Prüfen Sie deshalb zuerst Ihre tatsächliche Bandbreite am Abend, nicht am Vormittag, und entscheiden Sie danach. Alles andere ist eine Geschmacksfrage, die sich klären lässt, sobald die Technik gesichert ist.

Dieser Beitrag gehört zum Ratgeber zum Fernsehen über das Internet, der alle Themen von der Bandbreite bis zur Kündigung zusammenfasst.

Passt dazu

Auf WhatsApp schreiben