Ratgeber
IPTV Kosten in Deutschland: was realistisch ist
Realistische Preise nach Laufzeit, welche Kosten dazukommen und woran Sie ein Angebot erkennen, das zu billig ist, um echt zu sein.

Was Fernsehen über das Internet kostet, lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, aber mit einer Spanne und einer Rechnung. Beides ist überschaubar, sobald man aufhört, Monatspreise und Vorauszahlungen durcheinanderzuwerfen.
Der Preis hängt an der Laufzeit
Anders als beim Kabelanschluss ist der Tarif meist eine Vorauszahlung für einen festen Zeitraum. Der Monatsbetrag ist dann eine Rechengröße, keine Abbuchung. Je länger der Zeitraum, desto niedriger fällt er aus.
| Laufzeit | Übliche Spanne | Rechnerisch pro Monat | Sinnvoll für |
|---|---|---|---|
| 3 Monate | 20 bis 45 Euro | 7 bis 15 Euro | Den ersten Test |
| 6 Monate | 30 bis 70 Euro | 5 bis 12 Euro | Den Regelfall |
| 12 Monate | 40 bis 120 Euro | 3 bis 10 Euro | Nach erfolgreichem Test |
Die Empfehlung, die sich daraus ergibt, ist unspektakulär: kurz anfangen, verlängern, wenn es läuft. Der Rabatt für ein Jahr ist die kleinere Zahl, aber auch das größere Risiko, wenn der Dienst nicht hält, was er verspricht.
Was neben dem Abo anfällt
Die Vollkostenrechnung umfasst mehr als den Tarif. Meistens sind es einmalige Beträge, die aber beim Vergleich mit dem Kabelanschluss fehlen, wenn man sie unterschlägt.
- Ein Abspielgerät, sofern der Fernseher zu alt ist: 40 bis 220 Euro einmalig.
- Eine kostenpflichtige Wiedergabe-App: einmalig oder jährlich, meist unter 20 Euro.
- Ein Netzwerkkabel oder ein Adapter über die Stromleitung: 10 bis 60 Euro einmalig.
- Gegebenenfalls ein schnellerer Internettarif, wenn die Leitung abends nicht trägt.
Der Vergleich mit dem Kabelanschluss
Seit die Kabelgebühr einzeln auf der Rechnung steht, ist der Vergleich überhaupt erst möglich. Rechnen Sie über zwölf Monate und beziehen Sie das Zweitgerät ein, sonst vergleichen Sie zwei unterschiedliche Leistungen.
| Position über 12 Monate | Kabel | Über das Internet |
|---|---|---|
| Grundgebühr | laufend, meist zweistellig monatlich | einmalige Vorauszahlung |
| Zweitgerät | zweiter Receiver, oft mit Aufpreis | App auf vorhandenem Gerät |
| Aufnahme | Receiver mit Festplatte nötig | je nach App und Gerät enthalten |
| Bindung | meist 12 bis 24 Monate | endet mit der Laufzeit |
Wenn ein Angebot zu billig wirkt
Ein sehr niedriger Preis ist kein Beweis für irgendetwas, aber ein Anlass, genauer hinzusehen. Prüfen Sie dann die Punkte, die sich unabhängig vom Preis überprüfen lassen.
- 01Gibt es ein Impressum mit Registereintrag, den Sie nachschlagen können?
- 02Ist die Senderliste öffentlich einsehbar und benennt sie konkrete Sender?
- 03Werden übliche Zahlungswege angeboten, die eine Rückbuchung erlauben?
- 04Gibt es AGB nach deutschem Recht mit Widerrufsbelehrung?
- 05Ist der Support mit Namen und Adresse erreichbar?
Diese fünf Fragen sagen mehr über ein Angebot aus als jede Preisspanne. Sie kosten zehn Minuten und sind der beste Schutz vor einer Zahlung, die niemand zurückholen kann.
Sparen, ohne ein Risiko einzugehen
- Erst kurz buchen, dann verlängern. Der Preisvorteil einer langen Laufzeit läuft Ihnen nicht davon.
- Vorhandene Hardware nutzen statt neuer Geräte. Der Fernseher kann meist mehr, als vermutet wird.
- Nur die Auflösung buchen, die Ihre Leitung abends wirklich trägt.
- Doppelte Abos beenden. Viele Haushalte zahlen parallel für Kabel und Internetfernsehen, obwohl nur eines genutzt wird.